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Woran du eine unseriöse Agentur erkennst

Wir sind selbst eine Agentur. Das macht diesen Text angreifbar, und deshalb steht er hier: Nach jedem Punkt kannst du prüfen, ob wir ihn selbst erfüllen. Wenn nicht, hast du einen Grund, uns nicht zu vertrauen.

Vorweg eine Einordnung, die den meisten Warnlisten fehlt. Vieles in diesem Geschäft ist Verhandlungssache, nicht Betrug. Beteiligungssätze, Kostenteilung, Exklusivität, Zugänge. Das Warnzeichen ist selten die Regelung selbst, sondern dass sie nicht offen auf dem Tisch liegt. Danach ist diese Liste sortiert.

Die reichweitenstärksten deutschen Beiträge zu diesem Thema sind Recherchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, und sie tragen Titel wie „Zuhälter auf Social Media". Das ist der Ruf, gegen den jede Agentur in diesem Markt antritt. Er kommt nicht von nirgendwo.

Die zwölf Warnzeichen

1. Du sollst für das Casting zahlen

Ein Casting kostet kein Geld. Weder eine Aufnahmegebühr noch eine Bearbeitungspauschale noch ein Pflichtcoaching, das du vorab buchen musst. Wer dich zur Kasse bittet, bevor überhaupt etwas passiert ist, verdient an Bewerbern statt an ihrer Arbeit.

Davon zu unterscheiden sind echte Kosten, die im Lauf einer Zusammenarbeit entstehen. Ein professionelles Shooting, Reisen zu Drehs, ausgelegte Werbebudgets. Solche Beträge trägt eine Agentur vor, und sie müssen aus den Einnahmen zurückkommen, sonst bleibt sie darauf sitzen, wenn jemand nach zwei Wochen aufhört. Eine anteilige Beteiligung an Reisekosten ist ebenfalls üblich.

Der Unterschied liegt in der Reihenfolge und in der Offenheit. Fair ist, wenn vorher schriftlich steht, welche Kosten entstehen, wer sie auslegt und wie sie verrechnet werden. Unseriös ist, wenn Geld fließt, bevor irgendetwas geleistet wurde, oder wenn Kosten erst auftauchen, wenn abgerechnet wird.

2. Kein Impressum oder eine Briefkastenfirma

Ein deutsches Unternehmen muss ein vollständiges Impressum führen, mit ladungsfähiger Anschrift, Handelsregisternummer und Geschäftsführer. Wir haben uns fünfzehn Agenturen in diesem Markt angesehen: Elf hatten kein vollständiges europäisches Impressum, die meisten saßen in US-Briefkastenstaaten wie Wyoming oder Delaware, manche nannten gar keine Gesellschaft.

Wer nicht sagt, wer er ist, will nicht greifbar sein.

3. Kein schriftlicher Vertrag

„Machen wir per Handschlag" bedeutet, dass es nichts gibt, worauf du dich berufen kannst. Ein Vertrag schützt dich mehr als die Agentur.

4. Exklusivität ohne Gegenleistung

Eine Bindung, die dir verbietet, woanders zu arbeiten, muss durch etwas aufgewogen werden. Wer Ausschließlichkeit verlangt, muss auch liefern: echten Push, vermittelte Kooperationen, Verwaltung des Accounts, das Chatting. Dann ist sie sinnvoll, weil beide Seiten investieren.

Unseriös ist Exklusivität ohne diese Gegenleistung. Wenn eine Agentur dich bindet, aber keine Zusage macht, was sie dafür tut, verlangt sie einseitig.

5. Keine Laufzeit oder eine, die du nicht beenden kannst

Prüfe drei Zahlen: Laufzeit, Kündigungsfrist, und was nach dem Ende passiert. Ein Vertrag ohne Ausstieg ist kein Vertrag, sondern eine Falle.

6. Zugang zu deinen Konten ohne Regelung

Wer das Chatting übernimmt und postet, braucht Zugang. Das ist der Sinn der Sache. Geklärt sein muss trotzdem: Wem gehört das Konto, wer hat welchen Zugang, und was passiert damit, wenn ihr euch trennt. Ohne diese Antworten kann eine Agentur dich aus deinem eigenen Geschäft aussperren.

7. Einnahmen ohne prüfbare Abrechnung

Dass Einnahmen zuerst über die Agentur laufen, ist nicht unüblich und oft die Folge davon, dass sie Kosten vorstreckt. Das ist für sich genommen kein Warnzeichen.

Was es braucht, ist eine Abrechnung, die du nachvollziehen kannst, und eine feste Auszahlungsfrist. Fair heißt hier: offen dokumentiert, jederzeit einsehbar, nachrechenbar. Fehlt das, gibst du dein Geld aus der Hand, ohne zu wissen, was daraus wird.

8. Druck und Eile

„Nur noch drei Plätze", „das Angebot gilt bis morgen". Eine Agentur, die dich in eine Entscheidung drängt, will nicht, dass du nachdenkst oder jemanden fragst.

9. Unaufgeforderte Direktnachrichten

Wer dir ungefragt schreibt, dass du Potenzial hast, hat dich nicht ausgesucht, sondern angeschrieben, so wie hunderte andere auch. Eine Agentur, die etwas taugt, hat genug Bewerbungen und muss niemanden anwerben.

Nimm dir Zeit, prüfe die Firma, und lass dich nicht davon schmeicheln, dass jemand zuerst geschrieben hat.

10. Kein Altersnachweis

Wir haben fünfzehn Agenturen geprüft. Keine einzige verlangte im Bewerbungsformular einen Ausweis. Sechs fragten nicht einmal nach dem Alter.

Eine Agentur, die Material entgegennimmt, ohne das Alter zu kennen, arbeitet nicht sorgfältig. Das ist kein Detail, sondern die Grundlage, auf der alles andere steht.

11. Keine Antwort auf die Frage, was passiert, wenn du aufhörst

Werden deine Daten gelöscht. Wird Material zurückgezogen. Wie lange laufen Rechte weiter. Vieles davon ist Verhandlungssache, und das ist in Ordnung. Es sollte nur geklärt und aufgeschrieben sein, spätestens sobald absehbar ist, dass es läuft. Wer die Frage offen lässt, hat keine Regelung, und das fällt später dir auf die Füße.

Was üblich ist, damit du vergleichen kannst

Hier werden zwei Dinge ständig verwechselt, und das führt zu falschen Erwartungen in beide Richtungen.

Empfehlungsprämien: rund fünf Prozent

Das ist das, was Plattformen zahlen, wenn du jemand anderen anwirbst. OnlyFans zahlt fünf Prozent der Einnahmen des Geworbenen, gedeckelt auf 50.000 Dollar und begrenzt auf zwölf Monate. Fansly zahlt fünf Prozent im ersten Jahr, danach 1,5. Chaturbate zahlt einen Festbetrag. Damit hat eine Agenturbeteiligung nichts zu tun.

Agenturbeteiligung: 30 bis 70 Prozent, je nach Leistung

Wer eine Agentur mit fünf Prozent erwartet, wird enttäuscht, und wer 70 Prozent zahlt, ohne zu wissen wofür, ebenso. Die Spanne im Markt liegt bei etwa 30 bis 70 Prozent, und der Unterschied ist keine Verhandlungsschlacht, sondern eine Frage des Leistungsumfangs.

Am unteren Ende steht Vermittlung: Kontakte, Buchungen, wenig laufende Arbeit. Am oberen Ende steht der vollständig betreute Account, und der bedeutet konkret:

Bei diesem Modell lieferst du den Content, den Rest macht die Agentur. Genau das bieten wir an. Unsere Beteiligung liegt je nach Ausgangslage und Leistungsumfang zwischen 25 und 40 Prozent.

Was du prüfen musst, ist nicht die Prozentzahl allein, sondern drei Dinge zusammen: wie hoch, wovon gerechnet, und was du dafür bekommst. Fünf Prozent vom Bruttoumsatz sind bei hälftiger Teilung doppelt so viel wie fünf Prozent vom Agenturanteil. Frag nach der Bezugsgröße, nicht nur nach der Zahl.

Die fünf Fragen, die du jeder Agentur stellen solltest

  1. Wie heißt die Gesellschaft, wo ist sie eingetragen, wer ist Geschäftsführer?
  2. Was genau bekomme ich, und in welcher Frist wird gezahlt?
  3. Wem gehören meine Konten und mein Material, während und nach der Zusammenarbeit?
  4. Wie lange läuft der Vertrag, und wie komme ich raus?
  5. Verlangt ihr einen Altersnachweis, und wo liegen meine Daten?

Wer auf eine dieser fünf Fragen ausweicht, hat sie beantwortet.

Prüf uns an denselben Punkten

Wir sind die NaughtyAvocado GmbH aus Hannover. Handelsregisternummer, Anschrift, Geschäftsführer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer stehen vollständig in unserem Impressum.

Eine Bewerbung bei uns kostet nichts. Wir prüfen den Ausweis, bevor irgendetwas hochgeladen werden kann. Dein Material liegt verschlüsselt und ist nie öffentlich. Du kannst jederzeit Löschung verlangen, auch nach dem Absenden, und wenn wir dir absagen, löschen wir von selbst.

Was wir dir nicht sagen können, bevor wir dich kennen: was du verdienst. Wer das auf einer Website verspricht, rät.

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18 Nur für Personen ab 18 Jahren.


Stand August 2026. Die genannten Marktzahlen stammen aus einer eigenen Untersuchung von fünfzehn Agenturen und den öffentlichen Bedingungen der Plattformen. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.