Als Mann in der Erwachsenenbranche anfangen
Über den Einstieg von Frauen ist alles hundertmal geschrieben worden. Über den von Männern fast nichts. Diese Seite füllt die Lücke, mit dem was wir aus unserer eigenen Arbeit wissen, und mit einer klaren Ansage dort, wo wir nichts versprechen können.
Vorab, damit niemand Zeit verliert: Alles hier gilt ab 18. Wir prüfen den Ausweis, bevor jemand auch nur ein Bild hochladen kann, und ohne bestandene Prüfung geht bei uns gar nichts.
Der Markt für Männer sieht anders aus
Der erste ehrliche Satz zuerst. Der Markt für männliche Darsteller ist kleiner als der für Frauen, und die Gagen liegen im Schnitt niedriger. Wer etwas anderes erzählt, verkauft dir etwas.
Daraus folgt aber nicht, dass es sich nicht lohnt. Es folgt, dass der Weg ein anderer ist. Frauen können in diesem Markt allein über Reichweite verdienen. Männer verdienen überwiegend über zwei andere Wege: über Produktionen, für die konkret besetzt wird, und über Nischen, in denen wenig Angebot auf feste Nachfrage trifft.
Genau deshalb ist ein Casting für Männer sinnvoller als der Alleingang. Wer allein anfängt, konkurriert mit Millionen. Wer für eine Produktion besetzt wird, konkurriert mit den anderen, die sich beworben haben.
Was bei einer Bewerbung tatsächlich passiert
Wir beschreiben hier unseren eigenen Ablauf. Andere machen es anders, aber du weißt danach, wonach du fragen musst.
- Angaben und Ausweisprüfung. Name, Kontakt, ein paar Fragen dazu, was für dich in Frage kommt. Danach die Altersprüfung mit Ausweis und Selfie über einen Prüfdienst. Das dauert zwei Minuten und ist nicht verhandelbar.
- Material. Aufnahmen von dir, Gesicht klar erkennbar bei den Porträts. Kein Studio nötig, ein Handy reicht, aber Licht und Schärfe entscheiden mehr als die Kamera.
- Prüfung durch uns. Wir sehen jede Bewerbung persönlich an. Das dauert, weil wir abgleichen, ob und wo du passt.
- Gespräch. Wenn es passt, sprechen wir. Über Gage, Ablauf, Grenzen, Vertrag. In dieser Reihenfolge.
Was in diesem Ablauf nicht vorkommt: eine Gebühr von dir an uns. Kein Casting kostet Geld. Wenn dich jemand zur Kasse bittet, bevor du gearbeitet hast, ist das Gespräch beendet.
Was verdient man wirklich
Hier stehen im Netz die absurdesten Zahlen. Wir haben die deutschsprachigen Ratgeberseiten verglichen, die zu diesem Thema oben stehen. Die eine nennt 100 bis 200 Euro pro Film, die andere 3.800 bis 4.500 Euro pro Drehtag. Das ist ein Faktor von über zwanzig zwischen zwei Quellen, die beide seriös aussehen.
Ein Teil dieser Zahlen sind Lockangebote. Was Agenturen in ihrer Werbung nennen, sind Spitzenwerte von Leuten, die bereits Reichweite mitbringen. Die Gage in diesem Geschäft hängt fast vollständig daran, wie viele Menschen dir schon folgen. Wer ohne Publikum anfängt, liegt am unteren Ende, und das bedeutet bei Tagesgagen für Neueinsteiger teilweise unter 200 Euro.
Was sich belegen lässt, sind offene Ausschreibungen. Auf einem deutschen Castingportal lief zum Zeitpunkt dieses Textes eine Ausschreibung für einen künstlerischen Erotikfilm mit 600 bis 850 Euro pro Drehtag. In Kleinanzeigenportalen bewegen sich genannte Gagen für Erotikproduktionen häufig zwischen 300 und 1.500 Euro pro Tag. Das sind Ausschreibungen, keine Zusagen.
Der Drehtag ist nicht das Geschäft
Und damit zum eigentlichen Punkt. Eine Tagesgage ist einmaliges Geld. Wer davon leben will, dreht dauernd, und das tut auf Dauer kaum jemand.
Das Geschäft liegt im Aufbau eines eigenen Auftritts, auf OnlyFans oder vergleichbaren Plattformen, mit einem Netzwerk aus Kooperationen dahinter. Dort verdienst du an denselben Aufnahmen weiter, während du schläfst, und der Wert wächst mit der Zeit statt mit der Zahl der Drehtage.
Deshalb ist das unser Schwerpunkt. Wir vermitteln nicht nur in Produktionen, wir bauen Accounts auf und bringen Creator untereinander zusammen.
Was dabei möglich ist, mit einer wichtigen Einordnung dahinter: Wir haben Creator gesehen, die nach wenigen Monaten über 5.000 Euro im Monat erreicht haben. Und wir haben mit Creatorn gearbeitet, die nach zwei bis drei Jahren über eine Million Euro im Jahr verdienten, die stärksten über 1,5 Millionen.
Die Einordnung, die dazugehört: Diese Creator waren bereits erfolgreich, bevor wir mit ihnen gearbeitet haben. Ihr Erfolg ist nicht unser Verdienst, und wir behaupten das auch nicht. Was er zeigt, ist etwas anderes, und für dich womöglich Wichtigeres: In welchem Netzwerk du dich bewegst, entscheidet mit. Wer Zugang zu Leuten dieser Größenordnung hat, bekommt Shoutouts und Kooperationen, die er sich allein nicht kaufen kann. Genau darin liegt der Wert einer Agentur mit einem gewachsenen Netzwerk.
Was das nicht heißt: dass du nach drei Jahren dort stehst. Das sind die oberen Ergebnisse eines ganzen Marktes, nicht der Durchschnitt, und dahinter stecken Arbeit, Kontinuität und ein Stück Glück. Wer eine Garantie erwartet, ist hier falsch.
Wo tatsächlich besser gezahlt wird
Ein Punkt, den kaum jemand offen ausspricht, obwohl er über die Einnahmen entscheidet. Fetisch, Hardcore und Gay4Pay zahlen durchweg besser als Straight-Content. Der Grund ist immer derselbe: Die Nachfrage ist stabil, das Angebot kleiner, und das Publikum zahlungskräftiger.
Für heterosexuelle Männer heißt das konkret, dass im Gay4Pay-Bereich deutlich mehr zu verdienen ist als im Straight-Porn. Das ist eine Entscheidung, die niemand für dich treffen kann, und es ist völlig in Ordnung, sie mit Nein zu beantworten. Aber du solltest sie kennen, bevor du deine Erwartungen an das Straight-Segment knüpfst.
In unserer Bewerbung kannst du angeben, was für dich in Frage kommt und was nicht. Nichts davon ist bindend, und niemand redet dir hinterher etwas ein.
Bei uns bekommst du deine Gage vor der Zusage genannt, schriftlich, mit dem was dafür verlangt wird. Nicht danach.
Gesundheit und Tests
In der Branche sind regelmäßige Tests Standard, und sie schützen zuerst dich. Üblich sind Tests auf HIV, Syphilis, Chlamydien, Gonorrhoe und Hepatitis, mit einem Ergebnis, das zum Drehtag nicht älter als eine festgelegte Frist sein darf.
Frag jede Produktion drei Dinge: Welche Tests werden verlangt, wie alt dürfen sie sein, und wer zahlt sie. Wenn eine dieser drei Antworten unklar bleibt, ist das ein Warnzeichen.
Der Vertrag ist der eigentliche Punkt
Das Wichtigste an diesem Beruf steht nicht im Drehbuch, sondern im Vertrag. Vier Punkte, die du prüfen musst, bevor du unterschreibst:
- Was genau wird gedreht. Nicht ungefähr, sondern benannt. Was nicht im Vertrag steht, findet nicht statt.
- Wo darf es verwertet werden. Welche Plattformen, welche Länder, wie lange. Eine Einwilligung ohne Grenze ist eine Einwilligung für immer.
- Was passiert bei Widerruf. Kannst du eine Aufnahme zurückziehen, und was kostet das.
- Wie und wann wird gezahlt. Pro Tag, pro Szene, mit Beteiligung. Und in welcher Frist.
Nach deutschem Recht braucht die Verbreitung deines Bildnisses deine Einwilligung. Das steht in § 22 KunstUrhG. Bei Adult-Material sollte diese Einwilligung ausdrücklich, schriftlich und zweckgebunden erteilt sein, weil sonst später streitig ist, wie weit sie reicht. Ein Vertrag, der das offen lässt, ist keiner, den du unterschreiben solltest.
Was du dir vorher überlegen solltest
Drei Fragen, die später schwer zu korrigieren sind:
Gesicht oder nicht. Beides geht, aber es ist eine Weichenstellung. Ohne Gesicht bist du schwerer zu verkaufen und leichter zu ersetzen, dafür bleibt dein Name deiner. Wir haben dazu eine eigene Seite geschrieben.
Dein anderer Beruf. Ob und wie sich das mit deinem Job verträgt, hängt am Arbeitsvertrag und teilweise am Beamtenstatus. Auch dazu gibt es eine eigene Seite.
Das Geld beim Finanzamt. Einnahmen aus dieser Arbeit sind steuerpflichtig, ohne Ausnahme. Was auf dich zukommt, steht hier.
Wenn du es genauer wissen willst
Eine Bewerbung bei uns ist unverbindlich und kostet nichts. Du kannst sie jederzeit abbrechen, und du kannst deine Daten löschen lassen, auch nachdem du sie abgeschickt hast.
Was wir dafür erwarten, sind ehrliche Angaben. Wer schreibt, er sei zu allem bereit, und im ersten Gespräch das Gegenteil sagt, kostet uns beiden Zeit.
Etwa zehn Minuten. Ausweis, Fotos und Videos hältst du am besten schon bereit.
18 Nur für Personen ab 18 Jahren.
Dieser Text ist eine Orientierung aus der Praxis einer Casting-Agentur und keine Rechtsberatung. Bei Vertragsfragen im Einzelfall gehört ein Anwalt gefragt, bei Steuerfragen ein Steuerberater.
